Architecture Business von plan A | Über Architektur-PR

Vom Sinn und Unsinn der Architektur-PR

All That Glitter

15. November 2016 | Text: Nadin Heinich, Fotos: Maria Litwa
Geschätzte Lesezeit: 1 Minute, 45 Sekunden

Was genau ist PR? Und warum soll ich mich als junger Architekt damit beschäftigen? Wer entscheidet über „in and out“? Warum sind gefühlt immer die gleichen Architekten und Designer in der Presse? Wie wichtig ist die Show neben der Leistung? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines Netzwerkdinners kürzlich in Düsseldorf. Das Dinner war Teil der deutschlandweiten Reihe „Architecture Business“ – konzipiert von plan A, gefördert von FSB.

Die Reihe richtet sich an junge, aufstrebende Architekten mit dem Ziel, Impulse für die unternehmerische Weiterentwicklung der Büros zu vermitteln. Zum Thema PR hatte plan A als Special Guest Georg Maurer eingeladen, Partner und Geschäftsführer der Kölner Agentur neumann communication. Maurer hielt einen kurzen Impulsvortrag, der anschließend in angeregte Gespräche am Tisch überging. neumann communication ist spezialisiert auf strategische Public Relations für Design und Architektur. Mit 20 Jahren Erfahrung zählt die Agentur zu den besten der Branche und ist für international ausgerichtete, designorientierte Unternehmen, Institutionen und Messen, wie Kvadrat, Foscarini, den Salone del Mobile in Mailand oder Alessi, tätig.

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Special Guest Georg Maurer, Geschäftsführer der Kölner PR-Agentur neumann communication.

Maurer begann mit einem kurzen Überblick zu den Grundlagen in der PR-Arbeit, etwa, wie mit Hilfe unterschiedlicher Kanäle und Tools Beziehungen zur Öffentlichkeit hergestellt und gestaltet werden können. Für ihn unverzichtbar, doch zu oft vernachlässigt: die eigenen Projekte aussagekräftig dokumentieren, dafür einen guten Fotografen engagieren (nein, die allermeisten Architekten sind keine Profi-Fotografen) und einen kurzen, fesselnden Text über das Werk schreiben. Vor allen kommunikativen Aktivitäten steht jedoch die grundlegende Frage: Was möchte ich überhaupt aussagen? Welches Bild möchte ich nach außen vermitteln? Kommunikation sollte immer eine bewusste Entscheidung sein, authentisch und konsequent. Möglich ist zunächst einmal alles. Wenn es das zu erzeugende Bild unterstützt, können sogar eine unfreundliche Dame, die stets als erste den Telefonhörer abnimmt, oder „Sprechzeiten“ ausschließlich Montag und Dienstag von 11 bis 12 Uhr Teil des kommunikativen Konzeptes sein.

Sollte man als junges Büro möglichst bald eine professionelle Kommunikationsagentur engagieren? Maurers Rat ist eindeutig: Trotz der Unmengen an Aufgaben, die gerade in der Aufbauphase parallel zu erledigen sind, sollten Architekten die Kommunikation selbst in der Hand behalten. Besser sei es, ein Bewusstsein für die eigenen Ressourcen zu entwickeln und sich gezielt für wenige Maßnahmen zu entscheiden.

Apropos Authentizität und Konsequenz: Der kulinarische Teil des Abends konzentrierte sich ganz auf den fleischlichen Genuss mit Spitzenqualitäten aus Japan und den USA in unterschiedlichen Variationen. „Hochschreiben“ funktioniert auf Dauer zum Glück weder in der Gastronomie noch in der Architektur.