Architektur Biennale Venedig 2018 | Vorschau Pavillons Ausstellungen Programm

Vorschau auf das Programm der 16. Architekturbiennale Venedig

Über Mauern, Inseln und Wohnungen

16. Mai 2018 | Text: Bettina Krause
Geschätzte Lesezeit: 2 Minuten, 55 Sekunden

Yvonne Farrell und Shelley McNamara haben aufgerufen, die öffentlichen Freiräume architektonisch zurückzuerobern. Und viele der Verantwortlichen der Länderpavillons sind dem Aufruf der Kuratorinnen der 16. Architekturbiennale gefolgt. Ein Überblick über das Programm, das die Besucher jenseits der Biennale-Hauptausstellung Freespace in Venedig sehen können.

Deutscher Pavillon
Mit Unbuilding Walls reagiert der deutsche Beitrag von GRAFT Architekten und Marianne Birthler auf gegenwärtige Debatten über Nationen, Protektionismus und Abgrenzung. Sie thematisieren nicht nur die ehemalige innerdeutsche Grenze, sondern auch die Auswirkungen der Mauern, die noch heute Länder und Menschen voneinander trennen.

Österreichischer Pavillon
Von den drei Büros LAAC, Henke Schreieck und Sagmeister & Walsh ist unter dem Motto „Thoughts Form Matter“ für den österreichischen Pavillon eine konzeptuell und materiell vielschichtige Rauminstallation zu erwarten, die innen und außen, vertikal und horizontal, historische Elemente des Pavillons und zeitgenössische Architektur- und Designsprachen spannungsvoll aufeinandertreffen lässt.

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„Unbuilding Walls“ heißt der diesjährige Beitrag für den deutschen Pavillon. Ein Team von Journalisten bereiste in den vergangenen Monaten Grenzmauern in aller Welt, um sie für die Ausstellung zu dokumentieren. Dieses Bild wurde vor dem Zaun zwischen Mexiko und den USA aufgenommen.
(Foto: Maria Seifert / Helge Renner)

Schweizer Pavillon
Eine „House Tour“ kann man im Schweizer Pavillon unter dem Titel „Svizzera 240“ unternehmen. Sie richtet ihren Fokus auf das unmöblierte Innere im zeitgenössischen Wohnungsbau. Eine Abfolge von Innenraum-Szenen in unterschiedlichen Maßstäben fügt sich als labyrinthische Sequenz zusammen. Sie thematisiert das Wohnen heute und kehrt das klassische Format einer Architekturausstellung um.

Britischer Pavillon
„Island“ heißt der britische Beitrag von Caruso St John Architekten, die zusammen mit dem Künstler Marcus Taylor einen neuen „Freespace“ auf dem Dach des Pavillons errichten. Der Pavillon selbst zeigt keine Ausstellung, sondern dient lediglich als Plattform für Vorträge, Performances, Filme, Architekturgespräche und Debatten zum Thema „Freespace“.

Niederländischer Pavillon
Unter dem Titel „Work, Body, Leisure“ befasst sich der niederländische Pavillon mit aktuellen Veränderungen des Arbeitsethos’ und der Arbeitsbedingungen sowie den Auswirkungen auf den Menschen. Zugleich sucht das Projekt nach Antworten auf fortschreitende Automatisierungen in Form neuer architektonischer Lösungen.

Türkischer Pavillon
Als Antwort auf das Thema „Freespace“ bietet der Pavillon der Türkei in den Sale d’Armi (Arsenale) einen offenen Raum als partizipative Plattform für kreative Begegnungen, Workshops und Kooperationen. Unter dem Titel „Vardiya“ (Schichten) reflektieren dort 122 internationale Architekturstudenten grundlegende Fragen zur Veranstaltung. Sie wollen wissen: Warum und für wen existiert die Biennale und was erreicht dieses weltweit wichtigste Event der Architektur?

Schottischer Pavillon
„Happenstance“ lautet der Titel des schottischen Beitrags, der im Garten des Palazzo Zenobio einen Freiraum als „aktives Archiv“ (Living Library of Ideas) entstehen lässt, in dem Künstler und Architekten spielerisch den Wert von Freiräumen reflektieren und zurückfordern.

Pavillon des Vatikan
Erstmals ist dieses Jahr der Vatikan mit einem Beitrag in Venedig vertreten. Zehn prominente Architekten – darunter Foster + Partners, Eduardo Souto de Moura und Francesco Cellini – entwerfen jeweils eine eigene Kapelle, die auf der Insel San Giorgio Maggiore, vis-a-vis zu den Giardini gelegen, errichtet werden.

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Erstmals ist dieses Jahr der Vatikan mit einem Beitrag in Venedig vertreten. Zehn prominente Architekten entwerfen eine Kapelle – hier der Beitrag von Foster + Partners aus London.
(Visualisierung: Foster + Partners)

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Einen originalen Teil (Markierung auf dem Foto) der Robin Hood Gardens – ein soeben abgerissenes Beispiel brutalistischer Architektur von Alison und Peter Smithson – zeigt das Londoner Victoria & Albert Museum zur Biennale.
(Foto: The Victoria and Albert Museum)

Guggenheim Museum
Bis zum 3. September ist im Guggenheim Museum Venedig die Ausstellung „Josef Albers in Mexico“ zu sehen. Sie untersucht Albers‘ Interesse an geometrischen und formalen Elementen sowie die Einflüsse archäologischer Stätten und Monumente Mexikos auf seine Arbeiten. Die Ausstellung „1948: The Biennale of Peggy Guggenheim“ (bis 25. November) ist eine Hommage an die Biennale Peggy Guggenheims von 1948, die in Form von Dokumenten, Fotografien, Briefen und einem dreidimensionalen Modell des Pavillons noch einmal Form annimmt.

Victoria & Albert Museum in Venedig | Robin Hood Gardens
Einen originalen Teil der Robin Hood Gardens – ein prominentes und soeben abgerissenes Beispiel brutalistischer Architektur von Alison und Peter Smithson – zeigt das Londoner Victoria & Albert Museum zur Biennale. Dafür ließ das Museum ein tonnenschweres, dreigeschossiges Element des Wohnungsbaus aus London nach Venedig bringen und wird damit sicher die Debatte über Wohnen heute weiter anfachen.

Schweizer Salon
Im Palazzo Trevisan in Dorsoduro bietet der „Salon Swiss“ am 24.Mai, 13. und 15. September, am 4. und 6. Oktober sowie am 22. und 24. November in anregender Atmosphäre Gelegenheit zum Austausch über Architektur. Jede Soirée bietet ein kulturelles Erlebnis als Konzert, Vortrag oder Aufführung, das dem Gespräch einen gemeinsamen Ausgangspunkt gibt, um die Potenziale der Architektur im 21. Jahrhunderts zu reflektieren.

 

Josef Albers artist anni albers guggenheim venice venedig mexiko mexico exhibition Ausstellung 2018

Der Künstler Josef Albers. Bis zum 3. September ist im Guggenheim Museum Venedig eine Ausstellung über sein Interesse an den Monumenten Mexikos zu sehen.
(Porträt: Anni Albers, 1899‑1994, „Josef Albers, Mitla“, 1935‑39, The Josef and Anni Albers Foundation, by SIAE 2018)

FSB lädt Biennale-Besucher wieder in den Berührungspunkte Meetingpoint direkt am Canal Grande. Vom 24. bis 28. Mai ist der historische Palazzo Contarini Polignac jeweils von 9 bis 22 Uhr geöffnet. Weitere Informationen finden Sie auf der Berührungspunkte Webseite.

Die 16. Architekturbiennale in Venedig läuft von Samstag, 26. Mai, bis Sonntag, 25. November 2018. Die Hauptausstellung „Freespace“ und die Länderpavillons in den Giardini und im Arsenale sind an allen Tagen außer montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.