Christuskirche Homburg Saar

Umbau der Christuskirche in Homburg/Saar

Auf Augenhöhe mit dem Zeitgeist

24. Juni 2016 | Text: Jasmin Jouhar, Fotos: Sven Paustian
Geschätzte Lesezeit: 1 Minute, 15 Sekunden

Kirchen zu bauen, war in der europäischen Architekturgeschichte über hunderte von Jahren die größte und vornehmste Aufgabe weit und breit. An Kathedralen, Klosterkirchen und Kapellen erfanden die Baumeister neue Baustile und probierten kühne Konstruktionen aus. Und heute? Es werden kaum noch Gotteshäuser neu gebaut, und wenn, dann ist der Maßstab recht bescheiden. Im Gegenteil, in vielen Städten Mitteleuropas stehen die Kirchen leer und erproben Architekten säkulare Zweitverwertungen – als Restaurants, Wohnungen, Hotels, Buchhandlungen, Kindergärten oder sogar Skateparks. Dann hat sich die protestantische Kirchengemeinde aus dem Homburger Ortsteils Bruchhof-Sanddorf also gegen den Zeitgeist entschieden, als sie ihre Kirche nicht aufgab – obwohl zu viel Raum da war und zu wenig Geld?

Nicht ganz, denn dieser ersten Entscheidung, den Bau weiter zu nutzen, folgte eine ganze Reihe weiterer Entscheidungen, mit denen sich die Gemeinde auf Augenhöhe mit dem Zeitgeist begeben hat. Und hier kommt die Architektur ins Spiel. Zuerst einmal vertrauten sich die saarländischen Christen dem Kollektiv an. Architekt Dirk Bayer trug das Projekt an seine Hochschule, die TU Kaiserslautern. Am Lehrstuhl von Johannes Modersohn untersuchten Studenten Flächennutzungen, woraus schließlich das Konzept für den Umbau hervorging.

Christuskirche Tür Türstange 66 6522 FSB Bronze

Die Eingangstür schmücken Türstangen von FSB, genauer gesagt das Modell FSB 66 6522 in Bronze.

Christuskirche Bayer Uhrig FSB Referenz Treppe

Aufgang zur Empore (Foto: Michael Heinrich)

FSB 1004 von David Chipperfield

Türen und Fenster sind mit Beschlägen aus dem FSB-Programm 1004 von David Chipperfield ausgestattet, ebenfalls in Bronze.

Doch bis die Christuskirche tatsächlich umgebaut wurde, vergingen noch einige Jahre. Ein ziemlich entschleunigter Prozess, dem man schöne Details verdankt, wie Architekt und Pfarrerin einmütig betonen. Und zuletzt natürlich das Downsizing: Heute begnügt sich die Gemeinde mit weniger Fläche, hat dafür aber einen bemerkenswerten und atmosphärischen Kirchenraum für ihre Gottesdienste bekommen, zudem das eigene Gebäude für das Gemeindehaus eingespart. Kollektive Intelligenz, Entschleunigung, Downsizing: Diese Gemeinde hat bewiesen, dass es nie aus der Mode kommt, aus der Not eine Tugend zu machen.

Mehr über den Umbau der Christuskirche Homburg von Andrea Bayer und Dirk Uhrig erfahren Sie im Projektbeitrag in den FSB-Architektouren.