Deutschlandreise Niedersachsen | Sven Martens gruppeomp Hannover

Deutschlandreise Niedersachsen

Einfach eine Erscheinung

23. Februar 2017 | Text: Jasmin Jouhar
Geschätzte Lesezeit: 1 Minute, 40 Sekunden

Drei Partner, drei Standorte und dabei doch ganz konzentriert auf das Wesentliche: „Bitte wieder einfach…“, lautet denn auch einer der Leitsätze, mit dem Sven Martens sein Architekturbüro gruppeomp vorstellte. Martens nahm das Publikum im Berliner Werkbundhaus anlässlich seines Vortrags in der FSB-Reihe „Deutschlandreise“ mit nach Niedersachsen. Dort befinden sich zwei der drei Bürostandorte von gruppeomp, und dort haben Martens und seine Partner Oliver Ohlenbusch und Oliver Platz die meisten ihrer Projekte realisiert.

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Architekt Sven Martens von gruppeomp stellte die Arbeit seines Büros vor. (Foto: Jasmin Schuller)

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Wolfgang Reul von FSB (Foto: Jasmin Schuller)

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Zur „Deutschlandreise“ mit Sven Martens nach Niedersachsen hatte FSB ins Berliner Werkbundhaus geladen. (Foto: Jasmin Schuller)

FSB lädt mehrmals im Jahr ein Architekturbüro ein, seine Arbeit mit einem Werkvortrag in Berlin vorzustellen. Jedes Bundesland kommt bei der „Deutschlandreise“ dran, zuletzt ging es nach Thüringen und Schleswig-Holstein. Der Ausflug nach Niedersachen führte zunächst zu Einfamilienhäusern, die wie bei vielen anderen Büros auch bei gruppeomp am Anfang der Karriere standen. Sven Martens zeigte ganz unterschiedliche Häuser, die jedoch alle in Form und Materialität sichtlich von ihren norddeutschen Standorten geprägt sind. „Uns interessiert das gewöhnliche Haus“, sagte er. Es sollen nahbare Häuser sein, die das Gewöhnliche hinterfragen.

Von den kleinen Häusern schlug er den Bogen zum Wohnungsbau im größeren Format mit mehreren fertiggestellten und in Planung befindlichen Projekten in Hannover. Anhand einer Wohnbebauung in der Südstadt erklärte Martens anschaulich, wie sich der Entwurf auf die umgebende Stadt bezieht. Auch eine Kirche hat gruppeomp bereits im Portfolio: Bei dem NAK Kirchenzentrum, ebenfalls in Hannover, beeindruckt der Lichtturm, der dem Kirchenraum eine ganz besondere Atmosphäre gibt.

Für den Schluss seines Vortrags hatte sich Sven Martens das populärste Projekt aufgehoben: die WC-Anlagen für Autobahn-Parkplätze. Die „PWC“ genannten Anlagen sind modulare Bauten, bestehend aus separaten Toilettenelementen, die unter einem auskragenden Dach zusammengefasst werden. Je nach Größe des Parkplatzes variiert die Zahl der Module. Eine besonders robuste und pragmatische Architektur, deren Eingangsfront mit einer farbenfrohen, auf den Ort bezogenen Grafik auf sich aufmerksam macht. Ein einfaches Konzept im Sinne des Büro-Leitsatzes, das jedoch genauso für eine andere Überzeugung der drei von gruppeomp steht: dass Architektur immer eine Erscheinung ist, die über die reine Funktionalität hinausgehen müsse.

Die nächste Deutschlandreise führt am 27. November 2017 nach Sachsen-Anhalt.

Erfahren Sie mehr über das NAK Kirchenzentrum in einem Artikel in den FSB Architektouren